Ein Hanggrundstück oberhalb der Lahn mit Blick aufs Schloss – reizvoll, aber geotechnisch anspruchsvoll. In Marburg treffen wir regelmäßig auf Verwitterungsprofile des devonischen Schiefers, die talseitig oft mit Hanglehm überlagert sind. Diese Zweischichtigkeit erfordert eine detaillierte Stützwandbemessung, weil der Übergang vom durchlässigen Hangschutt zum dichten Fels einen potenziellen Gleithorizont bildet. Wir berechnen Winkelstützmauern, Schwergewichtswände und bewehrte Erdkörper für Höhen zwischen 1,80 m und 6,50 m, immer bezogen auf die lokale Baugrundsituation. Vor der Bemessung klärt ein Schürfgruben-Aufschluss die tatsächliche Mächtigkeit des Verwitterungshorizonts, und bei beengten innerstädtischen Verhältnissen in der Oberstadt setzen wir ergänzend den CPT-Versuch ein, um die Lagerungsdichte unterhalb der geplanten Fundamentsohle lückenlos zu erfassen.
Eine Stützwand in Marburg steht auf Schiefer und Hanglehm – zwei Materialien mit völlig unterschiedlichem Wasserleitvermögen. Diesen Kontakt berechnen wir explizit, nicht pauschal.
Referenznormen
DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4085:2017-08 (Baugrund – Berechnung des Erddrucks), DIN 4095:1990-06 (Baugrund – Dränung zum Schutz baulicher Anlagen), DIN EN 1992-1-1:2011-01 mit NA (Bemessung von Stahlbetontragwerken)
Häufige Fragen
Was kostet die Stützwandbemessung für ein Einfamilienhaus in Marburg?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit einer Stützwandhöhe zwischen 1,80 m und 3,00 m liegen die Kosten für die geotechnische Erkundung, die statische Berechnung und die Ausführungspläne im Bereich von €1.000 bis €4.080, abhängig vom Aufwand für die Baugrundaufschlüsse und die erforderliche geotechnische Kategorie.
Welche Normen gelten für die Stützwandbemessung in Deutschland?
Die Bemessung erfolgt nach Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) in Verbindung mit dem nationalen Anhang DIN 1054:2021. Für die Erddruckberechnung gilt DIN 4085, für die Dränung DIN 4095. Die Betonbemessung der Wand selbst wird nach DIN EN 1992-1-1 (EC2) geführt.
Muss ich eine Stützwand in Marburg entwässern?
Ja, und zwar konsequent. Der Marburger Schieferverwitterungsboden neigt bei Starkregen zu schnellem Porenwasseranstieg. Wir planen standardmäßig eine Rückverfüllung mit Filterkies und Dränrohr am Wandfuß nach DIN 4095, um hydrostatischen Druck zu verhindern. Ohne funktionierende Dränage vervielfacht sich die Belastung auf die Wand.