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Atterberg-Grenzen in Marburg: Konsistenzbestimmung nach DIN EN ISO 17892-12

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Die DIN 4020 fordert für jedes Baugrundgutachten in Mittelhessen eine klare Ansprache bindiger Bodenschichten. In Marburg mit seinen oft verwitterten Tonsteinen und Lösslehmdecken über dem Buntsandstein reicht eine reine Kornverteilung nicht aus – der Feinkornanteil muss über die Konsistenz bewertet werden. Wir bestimmen Fließgrenze und Ausrollgrenze im Labor nach DIN EN ISO 17892-12, ergänzt durch die Bestimmung der Schrumpfgrenze wenn das Projekt es verlangt. Die Proben stammen meist aus Schürfgruben oder Rammkernbohrungen, die parallel zur Korngrößenanalyse eine vollständige bodenmechanische Klassifikation liefern. Unser Labor in der Region verarbeitet Proben aus dem gesamten Landkreis Marburg-Biedenkopf – von der Kernstadt mit ihren Hanglagen bis in die Auebereiche der Lahn.

Eine um 2 % zu hoch bestimmte Fließgrenze kann einen Ton in die falsche Bodengruppe verschieben und die Bemessung der Gründung komplett verändern.

Methodik und Umfang

Die quartären Decklehme am Marburger Rücken und in den Seitentälern der Lahn zeigen oft ein überraschend breites Plastizitätsband – das liegt an den eingelagerten Tonmineralen aus der Verwitterung der Röt-Tonsteine. Wir bestimmen die Fließgrenze mit dem Fallkegelgerät nach DIN, was im Vergleich zum Casagrande-Gerät reproduzierbarere Werte bei schluffigen Mischböden liefert. Bei der Ausrollgrenze achten wir auf die exakte 3-mm-Rolle – ein Schritt, der Erfahrung im Labor erfordert und bei dem automatisierte Verfahren an ihre Grenzen stoßen. Die ermittelte Plastizitätszahl ordnen wir direkt in das Plastizitätsdiagramm nach DIN 18196 ein und geben eine Bodenklassifikation für die Baugrundbeurteilung mit. Für Baugruben in den steilen Hanglagen unterhalb des Schlosses liefern wir zusätzlich Hinweise zur Konsistenzänderung bei Wasserzutritt, weil dort oft mit Schichtenwasser auf der Röt-Basis zu rechnen ist.
Atterberg-Grenzen in Marburg: Konsistenzbestimmung nach DIN EN ISO 17892-12
Technisches Referenzbild — Marburg

Lokale Besonderheiten

Der häufigste Fehler, den wir bei Bauvorhaben in Marburg sehen: Planer übernehmen die Bodenkennwerte aus der geologischen Karte und verzichten auf die Atterberg-Versuche am realen Material. Die GK 25 zeigt flächig Lösslehm – aber in den Hangbereichen nördlich der Lahn sind das oft umgelagerte Lehme mit völlig anderen Konsistenzeigenschaften als der typische Löss der Hochflächen. Eine Baugrube, die mit Kennwerten aus der Literatur bemessen wurde, steht dann im Winter plötzlich unter Wasser und die Konsistenz bricht von steif auf weich ein. Die Folge: ungeplante Wasserhaltung und Nachträge im sechsstelligen Bereich. Mit einer korrekten Zustandsbewertung über die Konsistenzzahl Ic nach DIN 18122-1 haben Sie belastbare Werte für die Standsicherheit und die Erddruckermittlung.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
NormDIN EN ISO 17892-12:2018
Verfahren FließgrenzeFallkegel (Cone Penetrometer)
Ausrollgrenze3-mm-Rollenverfahren manuell
PlastizitätszahlIp = wL – wP
KonsistenzzahlIc = (wL – w) / Ip
Probenmengeca. 300 g Feinkorn < 0,4 mm
Dauer Routineversuch2–3 Werktage nach Probeneingang

Ergänzende Leistungen

01

Kombipaket Feinkorn

Atterberg-Grenzen plus Korngrößenanalyse für die vollständige Klassifikation Ihrer bindigen Probe nach DIN 18196.

02

Wassergehalt und Konsistenz

Zustandsbewertung über natürlichen Wassergehalt und Konsistenzzahl Ic – die Basis für jede Erddruckberechnung.

03

Zustandsgrenzen an gestörten Proben

Aufbereitung und Prüfung aus SPT-Resten oder Schürfgrubenmaterial gemäß Probenahme nach DIN EN ISO 22475-1.

04

Schrumpfgrenze

Ergänzende Bestimmung bei hochplastischen Tonen in Verdachtszonen – relevant für Setzungsprognosen bei Austrocknung.

Referenznormen

DIN EN ISO 17892-12:2018 – Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenzen, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN 18122-1 – Zustandsgrenzen (Konsistenz), DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke

Häufige Fragen

Warum reicht die Korngrößenanalyse allein nicht aus?

Die Korngrößenanalyse zeigt nur die Verteilung der Kornfraktionen. Sie sagt aber nichts über das Wasserbindevermögen und die Plastizität des Feinkorns. Zwei Schluffe mit identischer Sieblinie können völlig unterschiedliche Konsistenzeigenschaften haben – das entscheidet über die Tragfähigkeit und das Schrumpfverhalten.

Wie lange dauert die Bestimmung der Atterberg-Grenzen?

Für einen Routinesatz mit Fließ- und Ausrollgrenze rechnen Sie mit 2 bis 3 Werktagen ab Probeneingang im Labor. Wenn die Probe erst getrocknet und aufgemahlen werden muss, kann es einen Tag länger dauern. Eilaufträge bearbeiten wir innerhalb von 24 Stunden.

Was kostet die Bestimmung der Atterberg-Grenzen?

Die reine Bestimmung von Fließ- und Ausrollgrenze liegt je nach Probenaufbereitung zwischen €60 und €90. Im Kombipaket mit der Korngrößenanalyse oder bei mehreren Proben aus einem Projekt wird es günstiger. Rufen Sie uns an, wir machen Ihnen ein Angebot.

Kann man die Atterberg-Grenzen auch vor Ort bestimmen?

Nein, die Norm erfordert eine Laborprüfung unter kontrollierten Bedingungen. Die Fließgrenze mit dem Fallkegelgerät braucht eine exakte Einstichtiefe, die Ausrollgrenze eine definierte Trocknung. Vor Ort gibt es nur den Handversuch zur groben Abschätzung – für ein Baugrundgutachten reicht das nicht.

Welche Bodenarten erfordern zwingend die Atterberg-Grenzen?

Alle bindigen Böden mit einem Feinkornanteil über 40 % – also Tone, Schluffe und stark tonige Sande. In Marburg betrifft das vor allem die Lösslehme, die Röt-Tonsteine und die Auelehme entlang der Lahn. Bei diesen Böden ist die Konsistenz das zentrale Kriterium für die Gründungsbewertung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Marburg und Umgebung.

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