Eine Baugrube am Marburger Schlossberg oder im Lahntal ohne messtechnische Überwachung auszuheben, ist ein Spiel mit der Standsicherheit – und mit dem Budget. In der Oberstadt treffen verwitterte Sandsteine auf tonige Zersetzungszonen, während im Lahntal oft Auenlehme mit geringer Tragfähigkeit anstehen. Wer hier ohne kontinuierliches Monitoring arbeitet, riskiert Verformungen am Nachbarbestand, die später teure Sanierungen nach sich ziehen. Unser Team führt die geotechnische Baugrubenüberwachung nach DIN 4123 und den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben (EAB) durch. Wir kombinieren geodätische Setzungsmessungen mit Inklinometermessungen hinter der Verbauwand und liefern belastbare Daten, bevor ein Schaden entsteht. Ergänzend zum Monitoring setzen wir bei schwierigen Baugrundverhältnissen auf eine vorherige Korngrößenanalyse, um die Filterstabilität des anstehenden Bodens zu beurteilen.
In Marburgs verwittertem Zechstein-Ton entscheidet die Porenwasserdruckmessung oft über die Standsicherheit der Baugrubensohle – lange bevor der erste Riss im Nachbargebäude sichtbar wird.
Referenznormen
DIN 4123:2013 – Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen im Bereich bestehender Gebäude, DIN 4103 – Überwachung der Gebrauchstauglichkeit von Bauwerken, EAB – Empfehlungen des Arbeitskreises Baugruben, 6. Auflage, DIN EN ISO 17892 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben, DIN EN ISO 22475-1 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen
Häufige Fragen
Was kostet eine geotechnische Baugrubenüberwachung in Marburg?
Die Kosten hängen vom Messumfang und der Projektdauer ab. Ein Basismonitoring mit Setzungsbolzen und wöchentlichem Nivellement liegt im Bereich von €680 bis €1.100 monatlich. Erweiterte Programme mit automatischen Inklinometern und Piezometern bewegen sich zwischen €1.450 und €2.440 pro Monat. Nach Vorlage des Verbauplans erstellen wir ein Festpreisangebot.
Ab welcher Aushubtiefe ist eine messtechnische Überwachung in Marburg vorgeschrieben?
Eine feste Tiefengrenze nennt die Norm nicht – entscheidend ist das Gefährdungspotenzial für den Nachbarbestand. Bei Aushüben neben setzungsempfindlichen Fachwerkgebäuden, wie sie in der Oberstadt häufig sind, empfehlen die EAB bereits ab 2,5 m Tiefe ein Monitoring. Spätestens ab 5 m Tiefe oder bei rückverankerten Wänden ist eine Überwachung nach DIN 4123 Stand der Technik.
Messen Sie auch die Erschütterungen durch den Baubetrieb?
Ja, wir führen Schwingungsmessungen nach DIN 4150 Teil 3 durch, um die Einwirkung von Ramm- oder Rüttelarbeiten auf benachbarte Bausubstanz zu quantifizieren. Gerade im Lahntal mit seinen locker gelagerten quartären Sedimenten können bodengebundene Erschütterungen Setzungen auslösen, die über das rein statisch erwartete Maß hinausgehen.