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Bemessung starrer Fahrbahnen in Marburg: Laborprüfungen und Plattenanalyse nach RStO

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Dass eine Betonfahrbahn in Marburg auf den ersten frostgefährdeten Hanglagen einfach nach Katalog aufgebaut wird, ohne die Plattendicke an die lokale Topografie anzupassen, ist einer der häufigsten Fehler, den wir im Labor sehen. Das Ergebnis: Längsrisse nach dem zweiten Winter, weil die Unterlage auf dem verwitterten Buntsandstein ungleichmäßig nachgibt. Die RStO 12 gibt Rasterwerte, aber eine wirtschaftliche und dauerhafte starre Fahrbahn in Marburg entsteht erst, wenn Sie die Biegezugfestigkeit des Betons, die Lastverteilung über Dübel und die Bettungsmodulwerte des Planums zusammenführen. Unser Labor ermittelt dafür die relevanten Kennwerte: von der Spaltzugfestigkeit an Bohrkernen aus der Probefläche bis zur Korngrößenanalyse der Frostschutzschicht, die auf Marburger Lahnschottern oder tertiären Tonen völlig unterschiedlich ausfallen kann.

Die Dickenbemessung einer starren Fahrbahn in Marburg ist kein reiner Katalogwert – sie hängt vom Ev2-Modul der Lahnterrasse und der Frostempfindlichkeitsklasse des anstehenden Hanglehms ab.

Methodik und Umfang

Mit 77.000 Einwohnern und einer Höhenlage von 186 bis 380 Metern über NHN ist Marburgs Verkehrsinfrastruktur geprägt von stark wechselnden Gefällestrecken und engen Bushaltestellenbuchten, die im Winter hohen Tausalzbelastungen ausgesetzt sind. Eine starre Fahrbahndecke aus Beton muss hier drei Dinge gleichzeitig leisten: hohe Druckfestigkeit, definierte Oberflächentextur für die Griffigkeit und ausreichenden Frost-Tausalz-Widerstand. Wir begleiten die Bemessung mit Laborprüfungen nach DIN EN 13863 (Spaltzugfestigkeit), DIN EN 12390-3 (Druckfestigkeit) und dem CDF-Prüfverfahren. Für schwer lastende Busverkehrsflächen kombinieren viele Planer die Plattendruckversuch-Ergebnisse des Unterbaus mit einer FEM-Plattenberechnung, um die Bewehrungsmenge und Fugenabstände exakt zu dimensionieren. Die Verdichtungsanforderungen auf den steilen Zufahrten zum Marburger Schlossberg erfordern zudem eine Kontrolle des Verformungsmoduls Ev2 direkt auf der Schottertragschicht; hier kommen unsere SPT-Bohrung-Daten ins Spiel, wenn der Untergrund tiefer erkundet werden muss.
Bemessung starrer Fahrbahnen in Marburg: Laborprüfungen und Plattenanalyse nach RStO
Technisches Referenzbild — Marburg

Lokale Besonderheiten

Marburgs Stadtentwicklung zog sich vom mittelalterlichen Kern um den Marktplatz die Hänge des Lahnbergs hinauf, oft auf Aufschüttungen und terrassierten Einschnitten. Wer heute eine starre Fahrbahn auf einer solchen heterogenen Trasse bemisst, läuft Gefahr, dass sich unter der Betonplatte Setzungsmulden bilden – vor allem über verfüllten ehemaligen Bachläufen, die zum Lahntal entwässern. Ein klassischer Schadensfall: Die Platte liegt hohl, der Schwerlastverkehr erzeugt Pumpbewegungen im Fugenbereich, und innerhalb weniger Jahre treten Stufenbildungen oder Eckabbrüche auf. Die RStO fordert für solche Untergrundverhältnisse einen Nachweis des Verformungsmoduls auf Planumshöhe sowie eine ausreichend dicke Tragschicht. Wir empfehlen, bei Unsicherheiten im Altstadtbereich die Tragfähigkeit mit dem CPT-Versuch zu sondieren, bevor die Plattendicke festgelegt wird. Auch die Fugenausbildung muss auf Marburgs Topografie abgestimmt sein: Raumfugen an Gefällewechseln und Bewegungsfugen vor Bauwerksanschlüssen sind in Hanglage kein Komfort, sondern statische Notwendigkeit.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Plattendicke (Busverkehr, Bk100)240 – 290 mm (C30/37, rechnerisch)
Biegezugfestigkeit (Labormessung)4.5 – 5.5 N/mm² (charakt. fct,fl)
Frost-Tausalz-Widerstand (CDF)Abwitterung < 1500 g/m² nach 28 FTW
Spaltzugfestigkeit (Bohrkern)2.4 – 3.1 N/mm² (Referenz 28d)
Bettungsmodul k (Plattendruck)30 – 60 MN/m³ (Tragschicht)
Fugenabstand (unbewehrt)4.0 – 5.0 m (Plattendickenfaktor 24)

Ergänzende Leistungen

01

Eignungsprüfung Beton

Erstprüfung nach TL Beton-StB mit Druckfestigkeit, Spaltzugfestigkeit und Frost-Tausalz-Widerstand (CDF) an laborgemischten Proben.

02

Plattendruckversuch auf Tragschicht

Messung des statischen Verformungsmoduls Ev2 und des Verdichtungsgrads auf Schottertragschichten (0/45) und Frostschutzschichten mit Leichtem Fallgewichtsgerät.

03

Bohrkernentnahme und -prüfung

Entnahme von 150 mm Bohrkernen aus der fertigen Fahrbahnplatte zur Bestimmung der Rohdichte, Spaltzugfestigkeit und des Frost-Tausalz-Widerstands im Bauwerk.

04

Fugen- und Dübelanalyse

Überprüfung der Fugengeometrie (Fugenbreite, Verdübelung) und der lastübertragenden Querkrafttragfähigkeit mittels FEM-Referenzmodell und Laborreferenzwerten.

Referenznormen

RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen), ZTV Beton-StB 07 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Beton im Straßenbau), DIN EN 13863:2003 (Spaltzugfestigkeit von Betonfahrbahndecken), DIN EN 12390-3:2019 (Druckfestigkeit von Betonprobekörpern), TL Beton-StB 07 (Technische Lieferbedingungen für Baustoffe)

Häufige Fragen

Welche Betongüte ist für eine Busspur in Marburgs Altstadt erforderlich?

Für Busverkehrsflächen der Belastungsklasse Bk100 empfehlen wir nach RStO einen Straßenbeton der Festigkeitsklasse C30/37 mit LP-Gehalt (Luftporenbeton). Die Spaltzugfestigkeit sollte bei mindestens 3,2 N/mm² liegen, der Frost-Tausalz-Widerstand im CDF-Test unter 1500 g/m² Abwitterung bleiben. Eine Erhöhung auf C35/45 ist bei extremen Steigungen über 6 % auf dem Rudolphsplatz oder der Universitätsstraße sinnvoll.

Wie tief muss die Frostschutzschicht unter einer starren Fahrbahn in Marburg sein?

Marburg liegt in der Frosteinwirkungszone II nach RStO, mit einer Mindestdicke der Frostschutzschicht von 55 cm bei frostempfindlichem Untergrund (Klasse F2, z.B. Lahnlehm). Bei günstigeren Verhältnissen (F1, verwitterter Buntsandstein) genügen 45 cm. Die exakte Dicke legen wir nach einer Baugrundansprache und der Bestimmung der Frostempfindlichkeitsklasse im Labor fest.

Welche Rolle spielt der Plattendruckversuch für die Plattendicke?

Der statische Plattendruckversuch liefert den Verformungsmodul Ev2 auf Planum und Tragschicht. In Marburgs Hanglagen mit heterogenem Unterbau ist ein Ev2-Wert von mindestens 120 MN/m² auf der Frostschutzschicht anzustreben. Fällt der Wert darunter, muss entweder die Tragschicht verstärkt oder die Betonplattendicke rechnerisch erhöht werden – das geht über die Spaltzugfestigkeit und den Bettungsmodul in der FEM-Berechnung.

Was kostet eine Bemessungsprüfung für eine starre Fahrbahn in Marburg?

Eine komplette Eignungsprüfung mit Druckfestigkeit, Spaltzugfestigkeit und CDF-Test sowie drei Plattendruckversuchen auf der eingebauten Tragschicht liegt in Marburg üblicherweise zwischen €1.670 und €5.360, abhängig vom Prüfumfang und der Anzahl der Entnahmestellen. Bohrkernprüfungen am fertigen Bauwerk werden separat nach Anzahl der Kerne berechnet.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Marburg und Umgebung.

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