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Schürfgrube (Sondierbohrung) in Marburg: Geotechnische Erkundung im Lahntal

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Auf einer Höhe von 186 Metern über dem Meeresspiegel erstreckt sich Marburg entlang des engen Lahntals, wo der Untergrund zwischen verwittertem Buntsandstein und quartären Auelehmen wechselt. Diese geologische Vielfalt macht eine genaue Untergrunderkundung unverzichtbar, bevor Fundamente geplant werden. Die Schürfgrube, ergänzt durch eine Sondierbohrung, liefert hier den direktesten Einblick in Schichtung, Lagerungsdichte und Bodeneigenschaften. Anders als bei reinen Rammverfahren kann der Geotechniker die anstehenden Horizonte in der Grubenwand mit bloßem Auge ansprechen und gezielt Proben entnehmen. In Marburgs historischer Altstadt mit ihren engen Gassen und auf den Erweiterungsflächen der Lahnberge kommt es auf jedes Detail an, denn die Tragfähigkeit variiert auf kürzesten Distanzen erheblich. Für tiefere Aufschlüsse kombinieren wir die Schürfgrube routinemäßig mit der SPT-Bohrung, um auch Horizonte unterhalb des Grundwasserspiegels verlässlich zu bewerten.

Der direkte Aufschluss in der Schürfgrube zeigt oft geologische Details, die kein indirektes Sondierverfahren abbilden kann – entscheidend für die Gründungsbewertung in Marburgs heterogenem Untergrund.

Methodik und Umfang

In Marburg zeigt sich bei Baugrunderkundungen immer wieder, dass der Übergang vom verwitterten Oberboden zum klüftigen Fels abrupt erfolgen kann, oft innerhalb weniger Dezimeter. Die Schürfgrube erlaubt es, genau diese Grenzschicht freizulegen und den Verwitterungsgrad des Buntsandsteins nach DIN EN ISO 14689 zu klassifizieren. Pro Meter Aufschlusstiefe werden Bodenproben in gestörter und ungestörter Form entnommen, deren Klassifikation im Labor nach Korngrößenanalyse und Konsistenzgrenzen erfolgt. Ein entscheidender Vorteil der offenen Grube ist die Möglichkeit, in situ die Wasserdurchlässigkeit abzuschätzen und den Schichtenverlauf lateral zu verfolgen. Bei Gründungen in Hanglage, wie sie auf den Lahnbergen häufig vorkommen, liefert die Schürfgrube zudem erste Hinweise auf potenzielle Gleitflächen, die dann mit einer detaillierten Böschungsstabilität weiter zu untersuchen sind. Die Grubenbreite von mindestens 80 Zentimetern gewährleistet dabei, dass der aufnehmende Ingenieur sicher einsteigen und die Sohle inspizieren kann.
Schürfgrube (Sondierbohrung) in Marburg: Geotechnische Erkundung im Lahntal
Technisches Referenzbild — Marburg

Lokale Besonderheiten

Ein Vergleich zwischen den steilen Hanglagen der Lahnberge und den flussnahen Bebauungen im Lahntal verdeutlicht die Risiken unzureichender Erkundung. Auf den Lahnbergen kann eine Schürfgrube ohne fachgerechten Verbau bei rolligem Verwitterungsmaterial schnell nachbrechen, während im Tal schon bei geringer Tiefe Grundwasser die Grube zum Einsturz bringen kann. Noch kritischer ist die Fehleinschätzung von aufgefüllten Bereichen im Stadtteil Ockershausen oder entlang ehemaliger Mühlgräben: Hier verbirgt sich unter einer tragfähigen Kruste oft setzungsempfindliches Material. Die Schürfgrube deckt solche inhomogenen Verfüllungen auf, bevor sie während der Aushubphase zur bösen Überraschung werden. Die Standsicherheit der Grubenwände wird nach DIN 4124 bewertet, und bei Tiefen über 1,25 Metern ist eine Abtreppung oder ein Verbaugerät zwingend erforderlich, um Personenschäden zu vermeiden.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
Maximale Aufschlusstiefe (Regelfall)2,5 m (nach DIN 4023)
Maximale Tiefe mit Verbau (Grabenverbaugerät)4,0 m
Typische Grubenabmessung (L x B)1,5 m x 0,8 m
Bodenklassifikation vor OrtDIN EN ISO 14688 / 14689
Probenahme (gestört)Schaufelproben je Horizont
Probenahme (ungestört)Ausstechzylinder nach DIN EN ISO 22475
Einfluss GrundwasserAb Tiefe > GW-Stand nicht geeignet; dann CPT-Versuch empfohlen

Ergänzende Leistungen

01

Klassifikation und Zustandsgrenzen

Bestimmung von Wassergehalt, Korngrößenverteilung und Konsistenzgrenzen nach Atterberg für bindige Böden aus Marburgs Auelehmen und Verwitterungsdecken.

02

Scherfestigkeitsparameter

Ableitung von Reibungswinkel und Kohäsion aus Rahmenscherversuchen oder Triaxialversuchen an ungestörten Zylinderproben für die Bemessung von Stützbauwerken.

03

Chemische Analytik

Untersuchung auf Betonaggressivität nach DIN 4030 bei sulfathaltigen Böden, die in Marburgs Keuperschichten lokal auftreten können.

Referenznormen

DIN EN ISO 22475 (Probenahme im Boden), DIN 4023 (Darstellung von Bohrprofilen und Schürfen), DIN EN ISO 14688 / 14689 (Benennung und Klassifikation), DIN 4124 (Baugruben und Gräben – Standsicherheit), Eurocode 7 (EN 1997-2:2007 – Erkundung des Baugrunds)

Häufige Fragen

Was kostet eine Schürfgrube mit Dokumentation in Marburg?

Für eine Schürfgrube bis 2,5 Meter Tiefe inklusive Profilaufnahme nach DIN 4023, Fotodokumentation und Entnahme von gestörten Proben liegt der Preisrahmen in Marburg zwischen €430 und €740. Der genaue Betrag hängt von der Zugänglichkeit, der Notwendigkeit eines Verbaus und dem Umfang der Laborversuche ab.

Bis zu welcher Tiefe kann ich eine Schürfgrube im Buntsandstein ausführen lassen?

Im anstehenden, mäßig verwitterten Buntsandstein ist die Schürfgrube oft nur bis 1,5 Meter wirtschaftlich, da das Lösen des Felses mit Spitzhacke oder leichtem Meißel zeitaufwendig wird. Für tiefere Aufschlüsse im Fels empfehlen wir, auf eine Sondierbohrung mit Kerngewinn auszuweichen, die das Anstehende ohne großen Aufwand durchteuft.

Wie wird die Standsicherheit der Grube in rutschgefährdetem Hanggelände gewährleistet?

Bei Hangneigungen über 5 Grad und bindigen Böden setzen wir ab 1,25 Meter Tiefe einen Grabenverbaugerät oder eine geböschte Abtreppung ein. Die Bemessung erfolgt nach DIN 4124. Zusätzlich wird das Aushubmaterial hangabwärts in ausreichendem Abstand gelagert, um keine Zusatzlast auf die Grubenwand auszuüben.

Welche Vorteile hat eine Schürfgrube gegenüber einer reinen Rammsondierung?

Die Schürfgrube ermöglicht eine direkte visuelle Ansprache des Schichtenverlaufs und die Entnahme ungestörter Proben für Scherversuche. Besonders in Marburgs Wechsellagerungen von Auelehm und Sandsteinschutt kann der Geotechniker so Trennflächen und Verwitterungsgrade viel präziser dokumentieren, als es ein indirektes Verfahren wie die Rammsondierung zulässt.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Marburg und Umgebung.

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