In Marburg sehen wir immer wieder Überraschungen im Untergrund. Die Hänge zum Lahntal hin verstecken oft alte Rutschmassen oder unregelmäßige Verwitterungszonen. Mit Bohrungen allein bekommt man das nicht sauber aufgelöst. Wir setzen dann auf seismische Tomographie, um ein durchgehendes Bild der Schichtgrenzen zu erhalten. Das Verfahren kombiniert Refraktions- und Reflexionsmessungen und liefert uns Profile, die den Felsverlauf und potenzielle Schwächezonen sichtbar machen. Gerade im Stadtgebiet, wo enge Bebauung und historische Keller den Baugrund komplex machen, ist diese zerstörungsfreie Methode oft die einzig praktikable Lösung.
Ein seismisches Profil zeigt nicht nur die Tiefe der Felsoberkante, sondern auch den Verwitterungsgrad – entscheidend für die Gründung in Marburgs Hanglagen.
Häufige Fragen
Welche Eindringtiefe erreicht die seismische Tomographie in Marburgs Untergrund?
Mit der Refraktionstomographie erreichen wir im Marburger Buntsandstein typischerweise Tiefen von 30 bis 50 Metern. Die Reflexionstomographie kann je nach Energiequelle auch über 100 Meter aufschließen. Entscheidend ist der Kontrast der seismischen Geschwindigkeiten – der ist in Marburg zwischen den tertiären Deckschichten und dem Festgestein meist sehr gut ausgeprägt.
Brauche ich für die Messung eine Genehmigung oder besondere Vorbereitung auf dem Grundstück?
Da es sich um eine zerstörungsfreie Oberflächenmessung handelt, benötigen Sie in der Regel keine spezielle Genehmigung. Wir brauchen lediglich eine zugängliche Profillinie, idealerweise ohne Asphalt. Störende Wurzeln oder groben Schutt sollten Sie vorher entfernen. Verkehrssicherungen auf öffentlichen Flächen stimmen wir mit dem Ordnungsamt ab.
Mit welchen Kosten muss ich für eine seismische Tomographie in Marburg rechnen?
Die Kosten liegen je nach Profillänge und Fragestellung zwischen €2.810 und €4.240. Eine kurze Profillinie für die einfache Felserkundung liegt im unteren Bereich, kombinierte Tomographie mit Reflexionsanteil und umfangreicher Auswertung im oberen. Wir erstellen Ihnen ein detailliertes Angebot nach der Ortsbesichtigung.
Lassen sich die Ergebnisse der Tomographie mit Bohrprofilen kombinieren?
Ja, das ist sogar der Regelfall. Wir kalibrieren die seismischen Geschwindigkeiten mit den tatsächlichen Schichtgrenzen aus der Bohrung. Dadurch entsteht ein belastbares geotechnisches Modell, das die Punktinformation der Bohrung auf den gesamten Bauplatz erweitert. Der Statiker erhält so eine verlässliche Grundlage für die Gründungsplanung.