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Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Marburg

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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In Marburg sehen wir immer wieder Überraschungen im Untergrund. Die Hänge zum Lahntal hin verstecken oft alte Rutschmassen oder unregelmäßige Verwitterungszonen. Mit Bohrungen allein bekommt man das nicht sauber aufgelöst. Wir setzen dann auf seismische Tomographie, um ein durchgehendes Bild der Schichtgrenzen zu erhalten. Das Verfahren kombiniert Refraktions- und Reflexionsmessungen und liefert uns Profile, die den Felsverlauf und potenzielle Schwächezonen sichtbar machen. Gerade im Stadtgebiet, wo enge Bebauung und historische Keller den Baugrund komplex machen, ist diese zerstörungsfreie Methode oft die einzig praktikable Lösung.

Ein seismisches Profil zeigt nicht nur die Tiefe der Felsoberkante, sondern auch den Verwitterungsgrad – entscheidend für die Gründung in Marburgs Hanglagen.

Methodik und Umfang

Die Anwendung seismischer Tomographieverfahren in Marburg folgt den Vorgaben der DIN 18300 für Erdarbeiten und berücksichtigt die spezifischen Anforderungen des Eurocode 8 für Erdbebenzonen.
Unser Messablauf ist standardisiert, aber die Auswertung erfordert lokale Erfahrung. Die Wellengeschwindigkeiten im Buntsandstein und den tertiären Deckschichten sind hier anders als im flachen Land. Wir kalibrieren die Ergebnisse mit vorhandenen Aufschlüssen, oft ergänzt durch eine SPT-Bohrung, um die dynamischen Module direkt mit den Lagerungsdichten zu korrelieren. Das Messraster legen wir je nach Fragestellung zwischen 2 und 5 Meter Geophonabstand aus. Wichtig ist uns die klare Darstellung: Am Ende steht ein interpretiertes Profil, das der Tragwerksplaner direkt in sein Modell übernehmen kann.
Seismische Tomographie (Refraktion/Reflexion) in Marburg
Technisches Referenzbild — Marburg

Lokale Besonderheiten

Marburg liegt im Einflussbereich des Oberrheingrabens, mit einer leichten bis mäßigen Erdbebengefährdung nach DIN EN 1998-1. Die Kombination aus steilen Talflanken und lockeren Hangschuttdecken birgt ein nicht zu unterschätzendes Risiko: Bereits kleine seismische Ereignisse können Setzungen oder Kriechbewegungen auslösen, wenn die Auflagerung des Bauwerks nicht eindeutig geklärt ist. Seismische Tomographie deckt genau diese kritischen Übergänge zwischen Lockergestein und verwittertem Fels auf. Ein unerkanntes Schichtpaket mit niedriger Scherwellengeschwindigkeit unter einer Gründungssohle kann im Lastfall zu ungleichen Setzungen führen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, solche Risiken bereits in der Planungsphase auszuschließen.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
VerfahrenRefraktions- und Reflexionstomographie
EinsatzbereichTiefenprofilierung, Felserkundung, Hohlraumdetektion
Typische ErkundungstiefeBis 50 m (Refraktion), bis 100 m (Reflexion)
Geophonabstand2 bis 5 m, projektabhängig
AnregungVorschlaghammer oder beschleunigte Fallplatte
Normative GrundlageDIN EN 1997-2, Eurocode 8
Ergebnis2D-Geschwindigkeitsprofil, Schichtmodell, dynamische Kennwerte

Ergänzende Leistungen

01

Refraktionstomographie

Ideal für die Kartierung der Felsoberkante und die Bestimmung des Verwitterungsgrades. Häufig eingesetzt in Marburgs Hanglagen zur Festlegung der Gründungstiefe.

02

Reflexionstomographie

Ermöglicht tiefere Einblicke bei beengten Platzverhältnissen. Wir nutzen das Verfahren zur Detektion von Störungszonen und zur Baugrunderkundung für Tunnelabschnitte.

03

Kombinierte Auswertung

Gemeinsame Interpretation von Refraktions- und Reflexionsdaten. Liefert das detaillierteste Untergrundmodell und wird für komplexe Bauvorhaben im Stadtgebiet empfohlen.

04

Dynamische Bodenkennwerte

Ableitung von Schermodul und Poissonzahl aus den seismischen Geschwindigkeiten. Notwendig für dynamische Berechnungen und die Erdbebenbemessung nach Eurocode 8.

Referenznormen

DIN EN 1997-2:2010-10 - Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN EN 1998-1/NA - Erdbebenbemessung, DIN 18300 - Erdarbeiten

Häufige Fragen

Welche Eindringtiefe erreicht die seismische Tomographie in Marburgs Untergrund?

Mit der Refraktionstomographie erreichen wir im Marburger Buntsandstein typischerweise Tiefen von 30 bis 50 Metern. Die Reflexionstomographie kann je nach Energiequelle auch über 100 Meter aufschließen. Entscheidend ist der Kontrast der seismischen Geschwindigkeiten – der ist in Marburg zwischen den tertiären Deckschichten und dem Festgestein meist sehr gut ausgeprägt.

Brauche ich für die Messung eine Genehmigung oder besondere Vorbereitung auf dem Grundstück?

Da es sich um eine zerstörungsfreie Oberflächenmessung handelt, benötigen Sie in der Regel keine spezielle Genehmigung. Wir brauchen lediglich eine zugängliche Profillinie, idealerweise ohne Asphalt. Störende Wurzeln oder groben Schutt sollten Sie vorher entfernen. Verkehrssicherungen auf öffentlichen Flächen stimmen wir mit dem Ordnungsamt ab.

Mit welchen Kosten muss ich für eine seismische Tomographie in Marburg rechnen?

Die Kosten liegen je nach Profillänge und Fragestellung zwischen €2.810 und €4.240. Eine kurze Profillinie für die einfache Felserkundung liegt im unteren Bereich, kombinierte Tomographie mit Reflexionsanteil und umfangreicher Auswertung im oberen. Wir erstellen Ihnen ein detailliertes Angebot nach der Ortsbesichtigung.

Lassen sich die Ergebnisse der Tomographie mit Bohrprofilen kombinieren?

Ja, das ist sogar der Regelfall. Wir kalibrieren die seismischen Geschwindigkeiten mit den tatsächlichen Schichtgrenzen aus der Bohrung. Dadurch entsteht ein belastbares geotechnisches Modell, das die Punktinformation der Bohrung auf den gesamten Bauplatz erweitert. Der Statiker erhält so eine verlässliche Grundlage für die Gründungsplanung.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Marburg und Umgebung. Mehr Info.

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